Die GEW Thüringen hat bei ihrer Pressekonferenz heute ein katastrophales Bild von der Situation an den Thüringer Schulen gezeichnet. So machte die für Erziehung und Wissenschaft zuständige Gewerkschaft deutlich, dass sich der zunehmende Personalmangel an Thüringer Schulen sehr negativ auf die Beschulung der Kinder auswirke und eine Verbesserung der Situation nicht absehbar sei. Mittlerweile sei Unterrichtsausfall an der Tagesordnung, die Abordnung von Lehrern keine Seltenheit mehr, und die Zahl der langzeiterkrankten Lehrkräfte nehme zu.

Dazu erklärt Wiebke Muhsal, bildungspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag: „Schon im vergangenen Jahr haben wir die Landesregierung dazu aufgefordert, die Zahl der zwingend notwendigen Neueinstellungen von Lehrern an Thüringer Schulen zu ermitteln. Dass die im Koalitionsvertrag verankerten 500 Neueinstellungen von Lehrern jährlich nicht einmal die Abgänge kompensieren können, war auch im vorigen Jahr schon klar. Nichtsdestotrotz reagiert die Landesregierung nicht und nimmt die katastrophalen Zustände an Thüringer Schulen weiter billigend in Kauf. Um den Zuständen entgegenzuwirken, ist eine Abkehr vom Stellenabbaukonzept zwingend erforderlich.“

Steigende Schülerzahlen und immer weniger Lehrer an Thüringer Schulen führen laut GEW zu vermehrtem Stundenausfall, mit dem „kreativ umgegangen“ werde, um die Statistiken positiv zu beeinflussen. Muhsal weiter: „Meine kleine Anfrage zu diesem Thema aus dem September letzten Jahres hatte gezeigt, dass laut Definition fachfremder Unterricht als normaler Unterricht gewertet wird. Das ist aber nicht der Fall. Weder diese Form der Vertretung, noch die Stillbeschäftigung können einen kontinuierlich erteilten Fachunterricht auch nur annähernd ersetzen. Wir fordern, dass offengelegt wird, wie viele Stunden tatsächlich nicht fachgerecht erteilt werden.“

Die schlechten Arbeitsbedingungen an Thüringer Schulen führen laut GEW dazu, dass die Attraktivität einer Anstellung als Lehrer in Thüringen immer weiter sinke. Während in den Nachbarbundesländern Entfristungen und Verbeamtungen durchgeführt würden, seien diese Möglichkeiten in Thüringen nicht gegeben. Zahlenmäßig gäbe es zwar noch genug Lehrer, jedoch werde die Besetzung von Stellen in Mangelfächern zunehmend erschwert.

„Als AfD-Fraktion sehen wir – ebenso wie die GEW – die Notwendigkeit den Lehrerberuf wieder deutlich attraktiver zu gestalten. Dazu gehören neben der Möglichkeit der Verbeamtung auch Entfristungen, die Möglichkeit der Beförderung und vor allem die deutliche Entlastung von Lehrern von bürokratischen und Verwaltungsaufgaben“, so Muhsal abschließend.