Auch Stephan Brandner, Geraer Landtagsabgeordneter der Partei Alternative für Deutschland (AfD), stattete der Ausstellung zu „Geras Neuer Mitte“ im Foyer des KuK einen Besuch ab. Sein Fazit: „Hingehen und Anschauen! Kein Geraer, der irgendwie kann, sollte sich dieses Angebot entgehen lassen, denn schließlich geht es hier um nicht weniger als das Wohl und Wehe des wichtigsten Bauareals der Stadt. Geras zukünftige Visitenkarte sozusagen.“

Was die inhaltliche Seite der einzelnen Bebauungsvorschläge angeht, so ist bei Brandner eine gewisse Skepsis hingegen nicht zu überhören. „Wenn ich mir die Ideen so anschaue, möchte ich den – offenbar zumeist jungen – Architekten ihre Kreativität keinesfalls absprechen. Auf so Sachen wie „Textilincubator“, Schafe vor einem Stapel Container oder ein Autokino neben der Breitscheidstraße, muss man erstmal kommen. Ob das jedoch den Wünschen und dem Lebensgefühl der Einwohner einer mittelgroßen Stadt in der deutschen Provinz, wie Gera, entspricht, dafür würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Unabhängig von Unterschieden im Detail ist all den Vorschlägen ihre fast schon zwanghafte Modernität gemeinsam. Oder das, was man dafür zu halten glaubt. Ich würde hier durchaus das Wort Uniformität gebrauchen, denn man sieht den Skizzen an, dass ihre Schöpfer allesamt die mehr oder weniger gleichen Bauschulen durchlaufen haben. Das bauliche Abbild der „Latte Machiato- Gesellschaften“ aus Europas Großstädten.

Warum zum Beispiel fehlt die Idee des weitestgehend originalgetreuen Wiederaufbaus der abgerissenen Altstadt gänzlich? Das wäre doch mal neu, mutig und ein Zeichen von Vielfalt! Ich persönlich jedenfalls würde dies favorisieren und machte ja vor Jahren schon einmal einen entsprechenden Vorschlag. Kleinteilige Parzellen, bebaut mit Kopien der alten Häuser entlang der einstigen Gässchen zwischen Museum und de Smit-Straße, all dies natürlich unter Verwendung neuester Baustoffe und Technologien- wäre dies nicht auch der Mühe einer Konzeption wert gewesen? Ich behaupte, unter unserer Einwohnerschaft wären einem solchen Vorschlag mindestens ebenso viele Anhänger vergönnt, wie dem einer Skaterbahn im Stadtzentrum. Und dass so etwas geht, machen ja Städte, wie Dresden, gerade vor.“
Und noch etwas regt Stephan Brandner an.

„Das Beleuchtungskonzept sollte von den Verantwortlichen noch einmal überdacht werden. Besonders die Zeichnungen auf den Tafeln im hinteren Bereich des Foyers liegen in den Abendstunden schon ein wenig arg im Dunkeln.“