Modell „inklusive Schule“ überfordert Lehrer und Schüler

Die Thüringer Landesregierung plant, alle Schulen zu „inklusiven Schulen“ umzufunktionieren. Dies geht aus den Eckpunkten eines Gesetzentwurfs der Landesregierung zur Neufassung des Schulgesetzes hervor.

Nach Meinung von Wiebke Muhsal, der bildungspolitischen Sprecherin der AfD-Fraktion, geht Rot-Rot-Grün den falschen Weg bei der Inklusion von Kindern mit besonderem Förderbedarf in den allgemeinen Schulbetrieb. Es sei absehbar, dass Förderschüler einerseits zu wenig Förderung bekommen, der Unterricht für die regulären Schüler sich andererseits aber trotzdem verzögere. „Pauschal lässt sich sagen, dass das Modell ‚inklusive Schule‘ allen Kindern schaden wird“, so Muhsal. Die Bildungspolitikerin wies zudem darauf hin, dass Rot-Rot-Grün ohne Not ein „finanzielles Mammutprojekt“ angestoßen habe. „Die dafür nötigenden zusätzlichen Personaleinstellungen und Umbaumaßnahmen werden enorm sein und kosten Geld, welches das Land Thüringen bei 16 Milliarden Euro Schulden aber nicht hat.“

In Thüringen herrsche Lehrermangel und zu viele Unterrichtsstunden fallen aus. Dazu käme die praktisch nicht zu leistende Integration der vielen Kinder von Asylbewerbern, die die Schulen vor gigantische Probleme stelle. „Es ist mir schleierhaft, wie vor diesem Hintergrund auch noch die Inklusion von Kindern mit besonderem Förderbedarf gelingen soll. Allein aufgrund der bestehenden Situation an den allgemeinen Schulen ist eine besondere Förderung für diese Kinder doch gar nicht leistbar“, sagte Muhsal. Es seien jedoch nicht nur die Lehrer an den Regelschulen und Gymnasien überfordert, sondern auch die Sonderpädagogen, die das kollegiale und pädagogische Eingebettetsein in eine Stammschule aufgeben müssen und dazu verpflichtet werden, teilweise täglich zwischen mehreren Schulen zu pendeln. „Außerdem widerspricht die Planung von Rot-Rot-Grün dem Entscheidungsrecht der Eltern, wenn Förderschüler nur noch im Ausnahmefall über eine längere Zeit an Förderschulen unterrichtet werden sollen.“ Schließlich gebe es Eltern, die ganz bewusst auf Förderschulen bei der Schulbildung ihrer Kinder setzen.