„Leicht hatte es Gera noch ja nie mit seinen Eisenbahnanschlüssen, seit vor reichlich 150 Jahren der erste Zug die Stadt erreichte. Und, wie es scheint, werden die Probleme besonders im Fernverkehr so schnell auch nicht weniger werden.“ befürchtet Stephan Brandner, Geraer Landtagsabgeordneter der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Und weiter: „Nicht nur, dass mit der Eröffnung der ICE- Neubaustrecke Leipzig-Erfurt-Nürnberg, die ja aus vielen Gründen höchst umstritten ist, der Fernverkehr noch ein Stück weiter von Gera wegrücken wird. Auch mit dem seit Jahrzehnten diskutierten und nun endlich begonnen Ausbau der sogenannten „Mitte-Deutschland-Verbindung“ kann Gera nicht zufrieden sein.“ Brandner kritisiert, dass nun zwar einige Abschnitte zwischen Weimar und Gera ihr zweites Gleis erhalten sollten, von einem durchgehenden Ausbau aber ebenso wenig die Rede sein könne, wie eine  Elektrifizierung überhaupt nur in ernsthafte Erwägung gezogen würde. Beides, so Brandner, seien jedoch wichtige Voraussetzungen für die Wiedereinführung eines den Namen verdienenden Fernverkehrs. „Wenn zu lesen ist, dass man plant, demnächst die aus Richtung Westen kommenden IC-Züge vorerst nur bis Jena fahren zu lassen, um sie später, wenn vorhanden, mittels einer Diesellok vielleicht auch bis nach Gera zu schleppen, dann lässt sich erahnen, welche Priorität die Region Ostthüringen/ Westsachsen bei den Verantwortlichen genießt. Nämlich keine“, so Brandner skeptisch. Im Gegensatz dazu findet der Geraer Abgeordnete für die Situation des Nahverkehrs in Gera durchaus lobende Worte. „Die Verlegung der Strecke nach Greiz und der damit verbundene Umbau des Bahnhofes Zwötzen werden zu einer Aufwertung des ganzen Stadtteils führen“, erwartet er. „Vor allem wenn die Züge in Richtung Jena-Weimar-Erfurt tatsächlich demnächst in Zwötzen beginnen und enden, wie es geplant ist.“ Schließlich verfüge diese Neuerung über das Potential, Pendlern aus Zwötzen und selbst aus Lusan, die für ihre tägliche Fahrt zur Arbeit in Jena, Erfurt oder auch in Greiz die Eisenbahn nutzen, die Anreise zu Haupt- oder Südbahnhof zu ersparen.