„Sehr überrascht“ war Björn Höcke, Spitzenkandidat der Partei Alternative für Deutschland (AfD) für die Landtagswahl in Thüringen. „Frau Lieberknecht soll ja, offenbar in Panik nach der Sachsenwahl, vor einigen Gremien ihrer Partei eine Koalition mit unserer Partei, also der AfD, ausgeschlossen haben. Das war aber völlig überflüssig. Offenbar hat Frau Lieberknecht nicht verstanden, dass wir seit geraumer Zeit klar ausschließen, sie als Ministerpräsidentin wieder zu wählen. Ich sage es aber gerne nochmals ganz deutlich, damit es auch Frau Lieberknecht versteht: Wir schließen eine Koalition mit der CDU unter Frau Lieberknecht genauso aus, wie die Möglichkeit, Frau Lieberknecht überhaupt als Ministerpräsidentin wieder zu wählen“, so Höcke. Frau Lieberknecht verantworte führend den Vetternwirtschafts- und Versorgungssumpf, in dem ihre CDU und auch die anderen Altparteien steckten. Sie sei maßgeblich verantwortlich für den schlechten Zustand und das schlechte Ansehen Thüringens. Thüringen sei das „Lohnschlußlicht“ Deutschlands. Ausgeschlossen sei es daher für die AfD, mit einer CDU, die von dieser Frau geführt würde, zu koalieren oder sonstwie zusammen zu arbeiten. Höcke weiter: „Da Frau Lieberknecht ihrerseits eine Koalition auch mit den Linken ausschließt, bleibt ihr bei Annahme eines realistischen Wahlergebnisses nur, entweder persönlich abzutreten oder die SPD als „Retter in der Not“ wieder ins Boot zu holen. Ersteres scheidet wohl aus, sonst müßte sie ja Mohring Platz machen. Also kann und muß der Wähler entscheiden, ob er die Fortsetzung von Schwarz-Rot unter Führung von Lieberknecht in Thüringen möchte. Einer Konstellation also, die in den letzten Jahren das Land gelähmt hat“. Ansonsten würde aber seitens der AfD nichts ausgeschlossen. Die AfD werde nach der Wahl sehen, wer neben ihr im neuen Landtag vertreten sei. Es könne dann mit jedem zusammengearbeitet werden, der der die Gewähr dafür böte, dass die Anliegen der AfD, zumindest aber wesentliche Teile davon, umgesetzt werden können. „Dabei gehen wir freilich davon aus, dass die NPD nicht in den Landtag kommt“, stellte Höcke klar. Mit Interesse nehme man zur Kenntnis, dass Lieberknecht zudem offenbar die einzige führende Person ihrer Partei sei, die angesichts des drohenden Wahlverlustes nun politisch geradezu um sich schlage und von Ausschließeritis befallen scheine. Höcke äußerte sich am Rande eines Wahlstandes in Gera, den er heute im Zusammenhang mit seinem Radrennen durch Thüringen, das ihn morgen noch durch West- und Südthüringen führen wird, besuchte.

Erfurt, den 2. September 2014

Mit freundlichen Grüßen